Anionenlücken-Rechner (mmol/L)

Berechnen Sie die Serum-Anionenlücke, albuminkorrigierte AG und Delta-Lücke, um eine metabolische Azidose zu bewerten.

Zuletzt aktualisiert am: July 15, 2025

Serum-Anionenlücke & albuminkorrigierte AG

Was ist die Anionenlücke?

Die Anionenlücke (AG) ist ein berechneter Wert aus routinemäßig gemessenen Elektrolyten (Na⁺, Cl⁻, HCO₃⁻ ± K⁺). Sie stellt die Differenz zwischen gemessenen Kationen und gemessenen Anionen im Plasma dar und dient als Ersatz für nicht gemessene Anionen.

In der klinischen Praxis wird die Anionenlücke hauptsächlich verwendet, um eine metabolische Azidose zu bewerten und das Vorhandensein nicht gemessener Anionen wie Laktat, Ketonkörper, urämische Toxine oder bestimmte Gifte zu erkennen.

Warum den Anionenlücken-Rechner verwenden?

  • Schnell abschätzen, ob eine metabolische Azidose eine hohe oder normale Anionenlücke aufweist.
  • Mögliche Beiträge nicht gemessener Anionen (z. B. Laktat, Ketone, Toxine) bei kritisch kranken Patienten identifizieren.
  • Albuminkorrektur und Delta-Lücke (ΔAG) anwenden, um die Beurteilung komplexer oder gemischter Säure-Base-Störungen zu verfeinern.

Wie man die Anionenlücke interpretiert

Niedrige Anionenlücke: Kann bei Hypoalbuminämie, Paraproteinämie (z. B. multiples Myelom) oder Laborartefakten auftreten. Erwägen Sie, Albumin zu prüfen und Elektrolyte zu wiederholen, wenn das Ergebnis unerwartet ist.
Normale Anionenlücke: Eine normale AG schließt eine metabolische Azidose nicht aus. Eine normale (hyperchlorämische) metabolische Azidose kann mit Durchfall, renaler tubulärer Azidose oder Kochsalzüberladung einhergehen.
Hohe Anionenlücke: Eine metabolische Azidose mit hoher AG kann durch Laktat, Ketone (DKA, Fasten), Nierenversagen (urämische Toxine) oder exogene Toxine (z. B. Methanol, Ethylenglykol, Salicylate) verursacht werden. Immer im klinischen Kontext interpretieren.

Einschränkungen & wichtige Hinweise

Die Anionenlücke ist ein hilfreiches Screening- und Klassifizierungstool, muss aber immer zusammen mit pH, PaCO₂, klinischer Anamnese und anderen Laborwerten interpretiert werden.

  • Referenzbereiche variieren zwischen Laboren je nach Analysegerät und Elektrolytmessmethoden.
  • Hypoalbuminämie verringert die Anionenlücke; albuminkorrigierte AG kann bei kritisch kranken oder mangelernährten Patienten aussagekräftiger sein.
  • Eine normale Anionenlücke schließt eine klinisch signifikante metabolische Azidose, insbesondere eine hyperchlorämische Azidose, nicht aus.
  • Fehlerhafte Ergebnisse können bei schwerer Hyperlipidämie, Paraproteinämie oder Messfehlern auftreten – erwägen Sie eine Wiederholung, wenn das Ergebnis nicht zur klinischen Situation passt.

Diese Seite wurde medizinisch überprüft von Dr. Khoulah Attia – Apothekerin, Fachärztin für Immunologie.