HAS-BLED-Score

Schätzen Sie das Blutungsrisiko ab und identifizieren Sie modifizierbare Blutungsrisikofaktoren bei Patienten mit Vorhofflimmern unter Antikoagulation.

Zuletzt aktualisiert am: May 20, 2026

HAS-BLED-Rechner

Was ist der HAS-BLED-Score?

HAS-BLED ist ein einfacher klinischer Score (0–9), der verwendet wird, um das Blutungsrisiko bei Vorhofflimmern abzuschätzen und modifizierbare Blutungsrisikofaktoren hervorzuheben.

Quellenhinweis: Der HAS-BLED-Score wurde ursprünglich von Pisters et al. (CHEST, 2010) entwickelt und publiziert. In der klinischen Praxis wird der Score vor allem verwendet, um modifizierbare Blutungsrisikofaktoren zu identifizieren und die Intensität der Nachsorge zu steuern, nicht als alleiniger Grund, eine Antikoagulation zu unterlassen.

Wie wird er berechnet?

  • H — Hypertonie: SBP >160 mmHg (1 Punkt).
  • A — Abnorme Nierenfunktion (1 Punkt).
  • A — Abnorme Leberfunktion (1 Punkt).
  • S — Früherer Schlaganfall (1 Punkt).
  • B — Blutungsanamnese/Blutungsneigung (1 Punkt).
  • L — Labiler INR (TTR <60 %) (1 Punkt; vor allem bei Warfarin).
  • E — Älter: Alter >65 Jahre (1 Punkt).
  • D — Medikamente (Thrombozytenhemmer/NSAR) und Alkohol (schädlicher Konsum): jeweils 1 Punkt.

Interpretation

  • NIEDRIG (0–1): niedrigeres Blutungsrisiko.
  • MODERAT (2): moderates Blutungsrisiko.
  • HOCH (≥3): hohes Blutungsrisiko — engmaschigere Nachsorge und konsequente Modifikation der Risikofaktoren.

Anwendung des Ergebnisses

Dieses Tool unterstützt das klinische Urteil und sollte im Rahmen lokaler Protokolle verwendet werden. Ein hoher HAS-BLED-Score sollte zu einer Modifikation der Risikofaktoren und zu einer engeren Überwachung führen, nicht zu einem automatischen Verzicht auf Antikoagulation.

  • Blutdruck kontrollieren und reversible Ursachen von Anämie oder Blutungen behandeln.
  • Begleitmedikationen überprüfen (unnötige Thrombozytenhemmer/NSAR vermeiden).
  • Bei Warfarin die INR-Kontrolle (TTR) verbessern. Wenn geeignet, DOAKs erwägen.
  • Schädlichen Alkoholkonsum reduzieren.
  • Blutungs- und Schlaganfallrisiko regelmäßig neu bewerten.

Diese Seite wurde medizinisch überprüft von Dr. Khoulah Attia – Apothekerin, Fachärztin für Immunologie.