Interpretation des Wells-Scores
Die Wells-Kriterien für Lungenembolie sind ein Score für die Vortestwahrscheinlichkeit, mit dem geschätzt wird, wie wahrscheinlich eine akute LE vor einer definitiven Bildgebung ist. Er gehört zu den am weitesten verbreiteten Instrumenten zur LE-Wahrscheinlichkeit in der klinischen Praxis.
Ein Wells-Score-Rechner ist nützlich, da er eine strukturierte Entscheidungsfindung unterstützt, hilft festzustellen, ob eine LE wahrscheinlich oder unwahrscheinlich ist, und Aufschluss darüber gibt, wann D-Dimer, PERC oder eine Bildgebung angebracht sein könnten.
Wahrscheinlichkeitskategorien
Leitlinienkontext des Wells-Scores
Aktuelle diagnostische Pfade für LE beginnen in der Regel mit einem validierten Instrument zur Vortestwahrscheinlichkeit, wie den Wells-Kriterien für LE oder dem revidierten Genfer Score.
Bei Patienten ohne hohe Vortestwahrscheinlichkeit wird üblicherweise ein D-Dimer-Test zum Ausschluss einer LE herangezogen, während einige Algorithmen bei ausgewählten Patienten mit geringem Risiko auch die PERC-Regel anwenden.
Praktischer klinischer Arbeitsablauf
Eine Interpretation des Wells-Scores ist am nützlichsten, wenn sie hilft, den nächsten Schritt zu strukturieren: Bei Patienten mit geringer Wahrscheinlichkeit kann ein D-Dimer-Test oder eine PERC-Bewertung durchgeführt werden, während Patienten mit "LE wahrscheinlich" je nach klinischem Szenario häufiger direkt zur Bildgebung überwiesen werden.
Die Wells-Kriterien für Lungenembolie sollten das klinische Urteilsvermögen nicht ersetzen, bleiben aber eines der praktischsten und anerkanntesten Instrumente zur Bewertung der LE-Wahrscheinlichkeit.